Obwohl beide Seiten immer noch nichts anderes wollen, als ihren Standpunkt zu vertreten und sich dem Partner verständlich zu machen, kommt es nun im Streit häufig zu
tiefgreifenden Differenzen und schmerzhaften emotionalen Verletzungen. Hier bietet die GFK ein Notfallmedikament: Das Empathische Gespräch. Ein solches Gespräch hat die Struktur: Beobachtung - Gefühl - Bedürfnis - Bitte. 
Diese und weitere sehr wirksame Kommunikations-techniken können Sie bei uns erlernen. Im Folgenden möchten wir Ihnen die Technik des Empathischen Gesprächs gerne etwas genauer beschreiben:
Wenn Sie ein empathisches Gespräch zur Konfliktlösung führen möchten, beachten Sie bitte folgende Grundregeln:
Die Konfliktpartner sitzen sich gegenüber, schauen sich in die Augen und versuchen, freundlich und ruhig miteinander zu sprechen.
Verzichten Sie auf Vorwürfe und Verurteilungen. Vermeiden Sie Sätze, die mit Du hast... / Du bist... / Du musst... beginnen.
Bleiben Sie jeder bei sich. Versuchen Sie Formulierungen zu benutzen wie: Ich habe gesehen... / Ich habe gefühlt ... / Ich wünsche mir...
Sie können sich absprechen, wer beginnt oder das Los sprechen lassen.
In jedem Falle soll der andere Konfliktpartner im Anschluss ebenfalls genug Zeit haben, sich in gleicher Weise zu äußern. 
Es kann hilfreich sein, eine Gesprächszeit zu vereinbaren, z.B.: Konfliktpartner A hat 5 min Redezeit, danach hat B seine 5 min Redezeit, usw.
Lassen sie den anderen immer ausreden und kommentieren Sie seine Rede weder verbal noch durch Körpersprache. Hören sie zu.
Es kann hilfreich sein, sich Notizen zu machen. Es kann hilfreich sein, den Gesprächspartner zu bitten: Bitte sag mir, was du verstanden hast. So können Sie eventuelle Missverständnisse sofort aufklären. 
1. Beobachtung
Was ist passiert? Versuchen Sie im ersten Schritt, die konkrete Begebenheit, die nach Ihrer Wahrnehmung den Streit ausgelöst hat, möglichst nüchtern und ohne Wertungen zu beschreiben. Was hätte eine Kamera aufgezeichnet?
2. Gefühl
Welche Gefühle hat die beschriebene Situation in Ihnen ausgelöst? Meist handelt es sich um eines oder mehrere der vier Grundgefühle: Angst, Wut, Trauer, Freude. Alle anderen Gefühle lassen sich diesen vier Grundgefühlen gut zuordnen.
Es ist wichtig, Ihre Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Gefühle sind unsere Verbindung zur Außenwelt und weisen auf erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse hin.
3. Bedürfnis
Wenn Sie in der Konfliktsituation ängstlich, traurig oder wütend waren, überlegen Sie bitte, welches Bedürfnis Sie hatten bzw. haben, dass in dieser Situation nicht erfüllt war. (Zum Beispiel: Gehört werden, angenommen sein, das Bedürfnis nach Verbindung/Nähe, das Bedürfnis nach Sinn, nach Kreativität, nach Selbstbestimmung usw.) Wie wäre die Situation gewesen bzw. was hätte geschehen müssen, damit die Situation für Sie gut gewesen wäre? Dieses Bedürfnis zu kennen, ist gut und wichtig, denn es kann uns als nächstes zu einer Bitte an den Konfliktpartner führen.
 4. Bitte 
Eine Bitte formulieren wir in der Gewaltfreien Kommunikation immer positiv, konkret und auf die Gegenwart bezogen. Und diese BItte ist ergebnisoffen. (Eine Bitte, die kein Nein zulässt, ist ein Befehl.) Beispiele für ein Bitte an den Konfliktpartner können sein: Ich wünsche mir, dass du mir deine Gefühle zeigst. / Ich wünsche mir, dass du mich bei... unterstützt. / Ich wünsche mir, dass wir am Wochenende mehr Zeit miteinander verbringen. / Ich wüsche mir, dass du mir zuhörst und mich ausreden lässt. / Ich wünsche mir, dass wir bei Konflikten immer versuchen, ein empathisches Gespräch zu führen.
Fragen Sie Ihren Gegenüber, welche Gefühle es in ihm auslöst, wenn er nun von Ihren Gefühlen und Ihrem unerfülltem Bedürfnis und Ihrer Bitte gehört hat.
Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Gegenüber eine grundsätzliche Bereitschaft hat, Sie zu unterstützen. Es ist eine durch vielfache Erfahrung bestätigte Grundüberzeugung der GFK, dass alle Menschen sich eine Erfüllung ihrer Bedürfnisse wünschen und sich gern gegenseitig dabei unterstützen. 
Geben Sie nun auch Ihrem Gesprächspartner Raum, Ihnen in 4 Schritten seine Wahrnehmung, seine Gefühle und seine Bedürfnisse zu schildern und eine Bitte an Sie auszusprechen.
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Die Gewaltfreie Kommunikation geht über die Vermittlung von Kommunikationstechniken hinaus. Lernen Sie mit uns, sich stärker mit Ihren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu verbinden und mit den Menschen, die Sie lieben, in eine tiefere und erfüllende Verbindung zu gehen. 
„Jeder Konflikt ist eine Chance auf eine tiefere Verbindung.“ Marshall B. Rosenberg
Vielen Menschen fällt es nicht leicht, sich Ihrer eigenen Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu werden und diese auszusprechen. Wenn in Paar- oder Freundschafts-Beziehungen Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten auftreten, versuchen die Konfliktpartner meist guten Willens, die auftauchenden Probleme im Dialog und mit Argumenten aufzulösen. An diesem Punkt treten leider oft Vorwürfe und Emotionen hinzu, das Gespräch wird zum Streit und verfehlt sein eigentliches Ziel: sich dem anderen verständlich zu machen und einen Kompromiss zu finden. 
"Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst
nehmen, tun es andere auch nicht." 
Marshall B. Rosenberg
„Willst du Recht haben oder glücklich sein?"
 Marshall B. Rosenberg
Gewaltfreie Kommunikation in der Partnerschaft