Gewaltfreie Kommunikation in der Arbeitswelt

 

"Es sind nie die Tatsachen, die uns beunruhigen und ärgern, es sind immer unsere eigenen Bewertungen." 

Marshall B. Rosenberg

 

In jedem Unternehmen gibt es Zeiten, in denen die Mitarbeiter unter Druck stehen. Sei es ein eiliges Projekt, das termingerecht fertiggestellt werden muss, sei es ein Meeting, das zu keinem positiven Ergebnis kommen zu können scheint, sei es ein Arbeitsklima, das eingetrübt wirkt…

In diesen und ähnlichen Fällen ist es ganz besonders wichtig, eine ruhige, verständnisvolle, empathische Kommunikationskultur zu etablieren, um eine positive, wertschätzende, fokussierte und zielorientierte Arbeitsatmosphäre zu kreieren. 

Genau hierbei möchten unsere erfahrenen Dozenten und Mediatoren Sie durch die Einführung in die Haltung und Technik der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg unterstützen.

Seminarinhalt:

 

  1. Empathische Haltung: Gewaltfreie Kommunikation ist nicht nur eine Technik, sie ist ein Haltung

  2. Konfliktpartner: Konflikte in der Arbeitswelt verstehen und lösen

  3. Kooperation: Wir ziehen alle an einem Strang

  4. Resilienz: Selbstwertschätzung, Selbstempathie, Güte, Beobachten ohne zu bewerten

  5. Schönheit der Bedürfnisse: Die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse des Konfliktpartners sehen und wertschätzen

  6. Kommunikationskultur: Beobachtung - Gefühle - Bedürfnis - Bitte

  7. Vertiefung durch Übungen 

  8. Konkretisierung auf die Belange Ihres Unternehmens 

 

 

 

Im Folgenden möchten wir Ihnen eine der Techniken und Konfliktlösungsansätze der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B Rosenberg vorstellen:

Das Empathische Gespräch.

 

Wenn Sie ein empathisches Gespräch zur Konfliktlösung führen möchten, beachten Sie bitte folgende Grundregeln:

Die Konfliktpartner sitzen sich gegenüber, schauen sich in die Augen und sprechen freundlich und ruhig miteinander.

Verzichten Sie auf Vorwürfe und Verurteilungen. Vermeiden Sie Sätze, die mit: Sie haben:… / Sie sind... / Sie müssen... beginnen.

Bleiben Sie bei sich. Versuchen Sie Formulierungen zu benutzen wie: Ich habe beobachtet... / Ich habe gefühlt ... / Ich wünsche mir...

Sie können sich absprechen, wer das Gespräch beginnt oder das Los sprechen lassen.

In jedem Falle soll der andere Konfliktpartner im Anschluss ebenfalls genug Zeit haben, sich zu äußern. 

Es kann hilfreich sein, eine Gesprächszeit zu vereinbaren, z.B.: Konfliktpartner A hat 5 min Redezeit, danach hat B seine 5 min Redezeit, usw.

Lassen sie den Konfliktpartner immer ausreden und kommentieren Sie seine Rede weder verbal noch durch Körpersprache. Hören Sie einfach nur zu.

Es kann hilfreich sein, sich Notizen zu machen. Es kann hilfreich sein, den Gesprächspartner zu bitten: Bitte sagen Sie mir, was Sie verstanden haben. So können Sie eventuelle Missverständnisse sofort aufklären. 

 

1. Beobachtung

Was ist passiert? Versuchen Sie im ersten Schritt, die konkrete Begebenheit, die nach Ihrer Wahrnehmung den Streit ausgelöst hat, möglichst nüchtern und ohne Wertungen zu beschreiben. Was hätte eine Kamera aufgezeichnet?

 

2. Gefühl

Welche Gefühle hat die beschriebene Situation in Ihnen ausgelöst? Meist handelt es sich um eines oder mehrere der vier Grundgefühle: Angst, Wut, Trauer, Freude. Alle anderen Gefühle lassen sich diesen vier Grundgefühlen gut zuordnen.

Es ist wichtig, Ihre Gefühle wahrzunehmen und zuzulassen. Gefühle sind unsere Verbindung zur Außenwelt und weisen auf erfüllte oder unerfüllte Bedürfnisse hin.

 

3. Bedürfnis

Wenn Sie in der Konfliktsituation ängstlich, traurig oder wütend waren, überlegen Sie bitte, welches Bedürfnis Sie hatten bzw. haben, dass in dieser Situation nicht erfüllt war. (Zum Beispiel: Gehört werden, angenommen sein, das Bedürfnis nach Verbindung/Nähe, das Bedürfnis nach Sinn, nach Kreativität, nach Selbstbestimmung usw.) Wie wäre die Situation gewesen bzw. was hätte geschehen müssen, damit die Situation für Sie gut gewesen wäre? Dieses Bedürfnis zu kennen, ist gut und wichtig, denn es kann uns als nächstes zu einer Bitte an den Konfliktpartner führen.

 

 4. Bitte 

Eine Bitte formulieren wir in der Gewaltfreien Kommunikation immer positiv, konkret und auf die Gegenwart bezogen. Und diese Bitte ist ergebnisoffen. (Eine Bitte, die kein Nein zulässt, ist ein Befehl.) Beispiele für ein Bitte an den Konfliktpartner können sein: Ich wünsche mir, dass du mir deine Gefühle zeigst. / Ich wünsche mir, dass du mich bei... unterstützt. / Ich wünsche mir, dass wir am Wochenende mehr Zeit miteinander verbringen. / Ich wüsche mir, dass du mir zuhörst und mich ausreden lässt. / Ich wünsche mir, dass wir bei Konflikten immer versuchen, ein empathisches Gespräch zu führen.

Fragen Sie Ihren Gegenüber, welche Gefühle es in ihm auslöst, wenn er nun von Ihren Gefühlen und Ihrem unerfülltem Bedürfnis und Ihrer Bitte gehört hat.

Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Gegenüber eine grundsätzliche Bereitschaft hat, Sie zu unterstützen. Es ist eine durch vielfache Erfahrung bestätigte Grundüberzeugung der GFK, dass alle Menschen sich eine Erfüllung ihrer Bedürfnisse wünschen und sich gern gegenseitig dabei unterstützen. 

Geben Sie nun auch Ihrem Gesprächspartner Raum, Ihnen in 4 Schritten seine Wahrnehmung, seine Gefühle und seine Bedürfnisse zu schildern und eine Bitte an Sie auszusprechen.

 

„Jeder Konflikt ist eine Chance auf tiefere Verbindung.“

Marshall B. Rosenberg

 

Kontaktieren Sie uns für ein Angebot für eine In-House Schulung oder Mediation für Ihre Mitarbeiter:

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